Details zum 30%-Pensum für die Stadträte
Vielen Dank für den spannenden Einblick im Rahmen des 2. Kolt-Treffens. Für mich persönlich war es eine grosse Überraschung zu hören, dass die Stadträtinnen und Stadträte nur ein 30%-Pensum für ihre Arbeit haben. Aus diesem Grund würde ich es begrüssen, wenn seitens Kolt-Redaktion diesem Pensum-Schlüssel nachgegangen werden könnte. Wann und warum wurde dies so entschieden und müsste dieser Entscheid nicht verändert werden, damit wir in Olten einen Stadtrat haben, der genug Pensum für die grossen anstehenden Projekte hat? Wie soll eine Abteilung/Direktion mit 30% zeitgemäss, kundenfreundlich und strategisch sinnvoll geführt werden, wenn die regelmässigen Sitzungen mit dem Stadtrat-Gremium und dem Gemeindeparlament bereits einen grossen Teil des verfügbaren Pensums einnehmen …? Könnten Vergleiche zu ähnlichen Funktionen in der Privatwirtschaft gezogen werden und wer entscheidet schlussendlich über das Pensum der Stadträtinnen und Stadträte von Olten?
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Ich unterstütze diesen Input. Ein 30%-Pensum bei solchen Positionen wäre in der Privatwirtschaft undenkbar.
Die Idee ist, dass die operative Leitung bei der Verwaltung liegt. Der Stadtrat soll also nur strategisch tätig sein. Seine vorgesehene Funktion ist vergleichbar mit der eines Verwaltungsrates. Der CEO sitzt in der Verwaltung und heisst — nun, ich nenne an der Stelle keinen Namen, denn der faktische Ist-Zustand ist formal gar nicht so zugeordnet, wie er es ist. Das ist dubios und gehört auf alle Fälle korrigiert. Zuständigkeiten müssen klarer zugeordnet und dann auch wahrgenommen werden.
Konsequenz des Ist-Zustands ist unter anderem, dass der Stadtrat der Verwaltung weitgehend ausgeliefert ist, wenn er nicht sehr effizient oder halt doch deutlich mehr als 30% arbeitet. Man sollte zwar erwarten dürfen, dass die gewählten Stadträte für den Lohn von mehr als 60’000 Franken pro Jahr ein bisschen mehr als 30% arbeiten, aber formal sind es nun mal diese 30%. Dass man öfters das Gefühl kriegt, dass der Stadtrat keine Lust hat zu arbeiten, lässt sich mit den zu geringen Pensen jedenfalls zumindest teilweise erklären. Einer privaten Firma mit 100 Millionen Jahresumsatz käme es sicher nicht in den Sinn, sich so zu organisieren. Zumindest würde sie diesen Fehler zeitnah korrigieren. Das sollten wir in Olten auch tun.