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Olten spart

Die Abstimmungen sind durch, die Stadt erhält keine zusätzlichen Steuergelder. Wir auch nicht.
14. Februar 2022
Text: Jana Schmid, Fotografie: Timo Orubolo

Es ging um Geld bei den Abstimmungen vom 13. Februar: Der Bund wollte die Unternehmen weniger stark zur Kasse bitten, die Stadt Olten ihre Steuerzahlerinnen stärker. Und den Medien plante man unter die Arme zu greifen.

Die 11’439 Oltner Stimmberechtigten sahen das in jeder Hinsicht anders. Zumindest jene Hälfte, die ihr Abstimmungscouvert in den Briefkasten statt ins Altpapier warf: Mit einer Stimmbeteiligung von rund 50 % entschied sich Olten gegen die Abschaffung der Stempelsteuer, gegen die Genehmigung des städtischen Budgets und auch gegen das nationale Massnahmenpaket zugunsten der Medien. 

Ebenso abgelehnt wurde die Volksinitiative zum Tier- und Menschenversuchsverbot. Zugestimmt hat Olten, in Übereinstimmung mit der ganzen Schweiz, einzig der Initiative für ein Verbot von Tabakwerbung zum Schutz von Minderjährigen. Die kostet aber auch nicht besonders viel.

Weshalb auch immer, Geld gibt’s keines

Damit bleibt in finanzieller Hinsicht alles beim Alten. Die Stadt steht erneut ohne Budget da und wir bei Kolt müssen uns weiterhin ohne zusätzlichen Zustupf vom Staat durchschlagen. 

Waren die Gegenstimmen zu dominant? Die Pro-Kampagnen für Budget und Mediengesetz zu wenig sichtbar? Die Vorlage zum Mediengesetz ein unbrauchbarer Kompromiss? Hat die Schweiz in Pandemiezeiten Angst vor verschwenderischen Staatsausgaben? Oder gab es einfach bessere Argumente gegen die Vorlagen als dafür? 

Wir wissen es nicht genau, also freuen wir uns an den kleinen Fun Facts des Politgeschehens: Auf die Stimme genau 50 % der Oltner Urnengängerinnen haben ein Ja für das Mediengesetz eingeworfen. Damit ist Olten eine von schweizweit 15 Gemeinden, in denen diese Vorlage unentschieden ausging (was im Resultat aber trotzdem ein Nein bedeutet). Die Stadt erreichte mit dieser Punktlandung im Vergleich zum Kanton ein deutlich positiveres Resultat: Der Kanton Solothurn lehnte die Vorlage mit 60.2 % Nein-Stimmen ab. Auch alle umliegenden Gemeinden stimmten klar Nein.

Weiter geht’s

Hat Kolt als unabhängiges Lokalmedium hier eine Rolle gespielt? Haben wir es geschafft, einige der 2’845 Befürworter von den Vorzügen der Medienvielfalt zu überzeugen? 

Auch das wissen wir nicht und werden es auch nicht herausfinden. Aber wir nehmen es als Anlass, um dranzubleiben. Und mit oder ohne staatliche Medienförderung guten, leserorientierten Journalismus zu machen. Mit Leidenschaft und Idealismus.

Sollten wir mal ohne Budget dastehen, hätten wir ja immer noch die Stadt Olten, die uns mit ihrer Expertise in einer solchen Situation vielleicht ein paar Tipps geben könnte.


Was denkst du zu den Abstimmungsresultaten? Wie geht es weiter?

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